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Europa muss seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden
Europa hat bei der Energiewende Fortschritte gemacht, aber fossile Brennstoffe dominieren nach wie vor Europa hat große Fortschritte bei der Umstellung der Stromproduktion von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien erzielt. Heute stammt fast die Hälfte der europäischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Das ist ein bedeutender Fortschritt und zeigt, dass ein groß angelegter Wandel möglich ist, wenn Politik, Investitionen und Innovationen zusammenkommen. Künstliche Intelligenz und Rechenzentren, Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Wasserstoffproduktion und die Elektrifizierung der Industrie werden enorme Mengen an zusätzlichem Strom benötigen. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird weiter ausgebaut, aber es bleibt eine große Herausforderung, mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten. Strom macht jedoch nur etwa ein Drittel des gesamten europäischen Energieverbrauchs aus. Die verbleibenden zwei Drittel sind nach wie vor stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Das bedeutet, dass Europa mehr als nur Elektrifizierung braucht, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen in der erforderlichen Geschwindigkeit und Größenordnung zu verringern.
Der Verkehrssektor bietet eine der größten Chancen
Nach dem Stromsektor verursacht der Verkehr die zweithöchsten Treibhausgasemissionen in der EU, wobei der Straßenverkehr für über 70 % dieser Emissionen verantwortlich ist. Es muss eine strategische Priorität sein, die europäische Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen in allen Verkehrsbereichen zu beenden. Wir müssen den Ausbau und die Nutzung aller regenerativen Lösungen, von grünem Strom bis hin zu nachhaltigen flüssigen Kraftstoffen, beschleunigen.
Europa muss die Abkehr von fossilen Kraftstoffen im Verkehrssektor beschleunigen
Es gibt bereits mehrere Wege, um diese Abhängigkeit zu verringern. Der Elektrifizierung kommt bei der individuellen und städtischen Mobilität eine Schlüsselrolle zu. Wasserstoff und E-Fuels können im Laufe der Zeit an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig gibt es erneuerbare flüssige Kraftstoffe, die bereits heute eine Wirkung erzielen. Erneuerbare Kraftstoffe, die aus Abfällen, Reststoffen und anderen erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden, bieten eine skalierbare Möglichkeit, fossile Brennstoffe zu ersetzen, ohne auf eine vollständige Umstellung von Fahrzeugflotten oder Infrastrukturen warten zu müssen. Sie sind in Bestandsfahrzeugen direkt einsetzbar, lassen sich über die bestehende Infrastruktur lagern, transportieren und vertreiben und können bereits heute genutzt werden, was den Treibhausgasausstoß sofort senkt und eine direkte Alternative zu fossilen Brennstoffen schafft.
Sofortige Wirkung
Erneuerbarer Diesel (auch bekannt als HVO100) und nachhaltiger Flugkraftstoff (SAF) werden bereits in industriellem Maßstab produziert und die Produktionskapazität wächst in Europa und darüber hinaus weiter. Auf der Straße wird erneuerbarer Diesel bereits parallel zur Elektrifizierung eingesetzt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. HVO100 wird zunehmend im Güterverkehr und bei anderen schweren Nutzfahrzeugen eingesetzt. Auf EU-Ebene gibt es für den Straßenverkehr im Gegensatz zur Luft- und Schifffahrt jedoch noch kein einheitliches, langfristiges Defossilisierungsinstrument für Kraftstoffe. Analog zu den ReFuelEU- Aviation und FuelEU Maritime-Verordnungen sollte daher eine EU-weite Mindestquote für erneuerbare flüssige Kraftstoffe in das RED-Verkehrsziel für die Zeit nach 2030 aufgenommen werden. Dies würde dazu beitragen, die Verbreitung von Biokraftstoffen sowohl in neuen als auch in bestehenden Fahrzeugflotten zu beschleunigen. In der Luftfahrt ist nachhaltiger Flugkraftstoff (SAF) nach wie vor die einzige skalierbare Lösung, die derzeit zur Verfügung steht, um die Emissionen von Passagier- und Frachtflügen signifikant zu reduzieren. Dank der EU-Vorgaben in ReFuelEU Aviation steigt die bio-SAF-Produktion rasant an und wird voraussichtlich bis 2050 weiter wachsen. Es sind jedoch zusätzliche nachfrageseitige Maßnahmen erforderlich, um die Verbreitung im gesamten Luftfahrtsektor zu beschleunigen, unter anderem durch die bevorstehende Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems (ETS) für die Luftfahrt. Wichtig ist, dass durch die Verwendung erneuerbarer Kraftstoffe die Treibhausgasemissionen sofort reduziert werden können, während gleichzeitig bestehende Fahrzeuge, Infrastrukturen und Logistiksysteme weiterhin genutzt werden können. Dies ermöglicht einen schnellen Einsatz, ohne dass eine vollständige Systemumstellung erforderlich ist.
Flexibilität und Skalierbarkeit sind entscheidend
Einer der Hauptvorteile erneuerbarer Kraftstoffe ist ihre Flexibilität. Neue Produktionstechnologien ermöglichen die Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe aus einem breiteren und zunehmend diversifizierten Spektrum nachhaltiger Rohstoffe für den weiteren Ausbau in der Zukunft. Dies wiederum stärkt die Resilienz und die strategische Autonomie Europas. Mit langfristiger politischer Unterstützung kann die Industrie für erneuerbare Kraftstoffe erhebliche Investitionen mobilisieren, zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen und dazu beitragen, den dringend benötigten, beschleunigten Übergang von fossiler zu erneuerbarer Energie in den kommenden Jahrzehnten voranzutreiben.
Europa braucht alle erneuerbaren Lösungen
Erneuerbarer Strom wird bei der Energiewende von zentraler Bedeutung bleiben. Aber auch erneuerbare flüssige Kraftstoffe und andere erneuerbare Energieträger spielen eine wesentliche Rolle, um schnell und in großem Maßstab von fossilen Brennstoffen wegzukommen. Der Schwerpunkt sollte nicht nur darauf liegen, wie wir Mobilität und Industrie mit Energie versorgen. Es sollte darum gehen, fossile Brennstoffe dort zu ersetzen, wo praktikable erneuerbare Alternativen bereits vorhanden sind. Zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit, Verbesserung der Energiesicherheit und schnelleren Senkung von Emissionen muss Europa den Übergang zu erneuerbaren Energien forcieren. Dies gelingt durch die konsequente Nutzung und Förderung aller heute verfügbaren regenerativen Lösungen.